Sport- und Bewegungslabor der OCP Darmstadt

Das neue Sport- und Bewegungslabor der OCP Darmstadt ist Bindeglied zwischen orthopädischer Diagnostik, Sportmedizin, Prävention und Return-to-Sport

Moderne Bewegungsanalyse für Sport, Prävention und Return-to-Sport

Wie bewegt sich ein Mensch wirklich? Wo entstehen Fehlbelastungen? Gibt es Unterschiede zwischen der rechten und linken Seite? Und wann ist ein verletztes Gelenk tatsächlich wieder belastbar?

Diese Fragen lassen sich heute nicht mehr ausschließlich durch die klinische Untersuchung oder konventionelle Bildgebung beantworten. Mit unserem neuen Sport- und Bewegungslabor der OCP Darmstadt erweitern wir die orthopädisch-sportmedizinische Diagnostik um eine objektive biomechanische Analyse.

Mit Hilfe  eines modernen Messsystemes der Firma Velamed können Bewegungsabläufe dreidimensional erfasst, die Belastung der Füße analysiert und – je nach Untersuchung – auch Kraft und muskuläre Leistungsfähigkeit objektiv bestimmt werden.

Von der klinischen Untersuchung zur objektiven Bewegungsanalyse

In der klassischen orthopädischen Untersuchung beurteilen wir Beweglichkeit, Kraft, Stabilität und Schmerzen. Diese Untersuchung bleibt die Grundlage jeder Diagnostik.

Die instrumentierte Bewegungsanalyse ermöglicht darüber hinaus, Bewegungen messbar und reproduzierbar zu machen.

Dabei können beispielsweise folgende Fragestellungen untersucht werden:

  • Wie symmetrisch bewegt sich ein Patient?
  • Wie wird der Fuß beim Gehen und Laufen belastet?
  • Wie verändert sich die Belastung nach einer Verletzung oder Operation?
  • Gibt es Unterschiede zwischen der rechten und linken Seite?
  • Wie stabil ist die Beinachse bei dynamischen Bewegungen?
  • Welche Bewegungsmuster können zu Überlastungen beitragen?
  • Ist die funktionelle Leistungsfähigkeit nach einer Verletzung wieder ausreichend für Sport?
  • Wie verändert sich die Bewegung unter zunehmender Belastung?

Damit entsteht eine wichtige Ergänzung zur klinischen Untersuchung und zur bildgebenden Diagnostik.

3D-Bewegungsanalyse – Bewegung in drei Dimensionen erfassen

Ein zentraler Bestandteil des Bewegungslabors ist die 3D-Bewegungsanalyse.

Mit modernen kamerabasierten oder sensorbasierten Systemen können Bewegungen einzelner Körpersegmente dreidimensional erfasst werden. Dabei lassen sich unter anderem Bewegungswinkel, Bewegungsabläufe, Symmetrien und zeitliche Parameter untersuchen.

Velamed bietet hierfür sowohl markerlose kamerabasierte 3D-Systeme an. Markerless Tracking ermöglicht eine kontaktlose Bewegungsanalyse.

Für die Sportorthopädie ist dies besonders interessant, weil nicht nur die Frage „Wo tut es weh?“, sondern auch „Wie bewegt sich der Patient?“ beantwortet werden kann.

Laufbandanalyse – Gehen und Laufen unter standardisierten Bedingungen

Ein weiterer Schwerpunkt unseres Bewegungslabors ist die Analyse des Gehens und Laufens auf einem instrumentierten Laufband.

Dabei können unter anderem Schrittparameter, Kraft- und Zeitparameter sowie die Gang- und Laufasymmetrie erfasst werden. Druckinstrumentierte Laufbandsysteme ermöglichen zusätzlich die Untersuchung der Druckverteilung unter den Füßen während der Bewegung.

Das ist insbesondere bei Beschwerden des Fußes, Sprunggelenks, Knies und der Hüfte interessant.

Auch bei Läuferinnen und Läufern können sich relevante Unterschiede zwischen den beiden Beinen oder Veränderungen des Bewegungsmusters unter Belastung zeigen.

Fußdruckmessung – Belastung sichtbar machen

Der Fuß ist die Schnittstelle zwischen Körper und Untergrund.

Mit einer dynamischen Fußdruckmessung (Pedobarographie) kann untersucht werden, wie sich die Belastung unter der Fußsohle während des Gehens, Laufens oder Springens verteilt.

Dabei können beispielsweise folgende Aspekte beurteilt werden:

  • Belastungsverteilung zwischen rechtem und linkem Fuß
  • Druckverteilung unter Vorfuß und Rückfuß
  • Abrollverhalten
  • Belastung einzelner Fußbereiche
  • zeitlicher Ablauf des Abrollvorgangs
  • Symmetrien und Asymmetrien
  • Veränderungen mit und ohne Einlagen oder Schuhversorgung

Druckmessplatten können für Gang-, Lauf- und Sprunganalysen eingesetzt werden; auch Gleichgewichts- und Balanceuntersuchungen sind möglich.

Damit lässt sich die Belastung des Fußes nicht nur beschreiben, sondern objektiv darstellen und dokumentieren.

Krafttests – wie leistungsfähig ist die Muskulatur?

Bewegung besteht nicht nur aus Gelenkwinkeln und Fußdruck. Entscheidend ist auch die Fähigkeit des Körpers, Kräfte zu erzeugen und kontrolliert einzusetzen.

Deshalb können je nach Fragestellung verschiedene Kraft- und Leistungstests in das Untersuchungskonzept integriert werden.

Mögliche Untersuchungen umfassen beispielsweise:

Funktionelle Krafttests

Je nach Fragestellung können standardisierte funktionelle Tests durchgeführt werden, beispielsweise zur Beurteilung der Beinachsenkontrolle, der dynamischen Stabilität oder der Leistungsfähigkeit nach Verletzungen.

Isokinetische Kraftdiagnostik

Bei speziellen Fragestellungen kann eine isokinetische Kraftmessung sinnvoll sein. Hierbei wird die Kraftentwicklung unter definierten Bewegungsbedingungen untersucht.

Es besteht die Möglichkeit  mit der  Kombination aus Isokinetik und EMG, neben der Kraft selbst auch die muskuläre Ansteuerung zu untersuchen.

Return-to-Sport – ist der Sportler wirklich wieder belastbar?

Möglichkeiten der konservativen Therapie

Eine besondere Bedeutung hat die objektive Bewegungs- und Leistungsanalyse nach Verletzungen und Operationen.

Der Zeitpunkt der Rückkehr zum Sport sollte sich nicht ausschließlich danach richten, ob ein Patient keine Schmerzen mehr hat.

Vielmehr sollten auch funktionelle Kriterien berücksichtigt werden:

Beweglichkeit → Kraft → Koordination → Symmetrie → Belastbarkeit → sportartspezifische Leistung

Eine Bewegungsanalyse kann hierbei zusätzliche objektive Informationen liefern.

Beispielsweise kann nach einer Knieverletzung untersucht werden, ob zwischen dem verletzten und dem gesunden Bein noch relevante Unterschiede bei Kraft, Sprungleistung oder Bewegungskoordination bestehen.

So kann die Entscheidung über die Rückkehr zu Training und Wettkampf besser objektiviert werden.

Prävention: Nicht erst messen, wenn Schmerzen auftreten

Ein Bewegungslabor ist nicht ausschließlich für verletzte Sportler interessant.

Auch bei beschwerdefreien Menschen kann eine Analyse helfen, individuelle Bewegungsmuster zu erkennen und Trainingsmaßnahmen gezielter zu planen.

Gerade im Breitensport kann die Kombination aus Bewegungsanalyse, Kraftdiagnostik und sportmedizinischer Untersuchung interessante Informationen liefern:

Wie effizient bewege ich mich? Wo bestehen Seitenunterschiede? Wo gibt es Defizite? Und was kann ich gezielt trainieren?

Die erhobenen Daten können dabei als Ausgangspunkt für ein individuelles Trainings- oder Präventionsprogramm dienen.

Ein Labor – viele Möglichkeiten

Der besondere Vorteil eines modernen Bewegungslabors liegt in der Kombination verschiedener Messverfahren.

Je nach Fragestellung können unterschiedliche Systeme miteinander kombiniert und synchronisiert werden. Es Besteht die Möglichkeit  der  gemeinsamen Erfassung von 3D-Bewegungsdaten, Video, EMG, Kraftmessung und Druckverteilung innerhalb einer Softwareplattform.

Damit kann aus einer einzelnen Messung eine umfassende funktionelle Untersuchung entstehen.

Mögliche Bausteine unseres Sport- und Bewegungslabors:

3D-Bewegungsanalyse
Analyse von Bewegungswinkeln, Bewegungsabläufen und Symmetrien

Laufbandanalyse
Untersuchung von Gang- und Laufparametern unter standardisierten Bedingungen

Fußdruckmessung
Analyse der dynamischen Druckverteilung und des Abrollverhaltens

Kraftdiagnostik
Messung von Kraft, Leistung und Seitenunterschieden

Funktionelle Tests
Beurteilung von Stabilität, Koordination und sportartspezifischer Leistungsfähigkeit

Optional EMG
Analyse der elektrischen Muskelaktivität und der muskulären Ansteuerung

Was bringt das unseren Patientinnen und Patienten?

Unser Ziel ist nicht, möglichst viele Messwerte zu erzeugen.

Entscheidend ist, aus den erhobenen Daten klinisch relevante Informationen abzuleiten.

Die moderne Bewegungsanalyse soll deshalb die ärztliche Untersuchung ergänzen und helfen, Therapie- und Trainingsentscheidungen individueller zu gestalten.

Das kann beispielsweise bedeuten:

  • objektive Dokumentation vor und nach einer Therapie
  • Erkennen von funktionellen Seitenunterschieden
  • Kontrolle des Rehabilitationsfortschritts
  • Unterstützung bei der Return-to-Sport-Entscheidung
  • objektive Trainingssteuerung
  • Analyse von Lauf- und Bewegungsmustern
  • Prävention von Überlastungsproblemen
  • Verlaufskontrolle nach Verletzungen und Operationen

Bewegung verstehen. Leistung verbessern. Gesundheit erhalten.

Mit dem neuen Sport- und Bewegungslabor der OCP Darmstadt verbinden wir klassische orthopädische und sportmedizinische Diagnostik mit moderner biomechanischer Messtechnik.

Unser Anspruch ist dabei einfach:

Nicht nur sehen, wo ein Problem besteht – sondern verstehen, wie es entsteht und wie sich Bewegung gezielt verbessern lässt.

Ob nach einer Sportverletzung, bei wiederkehrenden Beschwerden, zur Vorbereitung auf die Rückkehr in den Sport oder zur individuellen Leistungs- und Bewegungsanalyse: Moderne biomechanische Diagnostik eröffnet neue Möglichkeiten, Bewegung objektiv zu erfassen und Therapie und Training noch individueller auszurichten.

 

OCP Darmstadt – Orthopädie, Sportmedizin und moderne Bewegungsdiagnostik.

 

Dres. med. Behr, Erben, Primbs, Rau
Orthopädisch-chirurgische Praxis
Darmstadt